Wartungs-Thread 1963 Cadillac Fleetwood 60 Special

  • Hallo zusammen,


    bei unserem Caddy hat sich wieder einiges getan.

    Einige Baustellen wurden geschlossen, andere neue taten sich überraschend auf.

    Daher dachte ich, ein Wartungs-Fred würde vielleicht einige von euch interessieren, da sich hier bestimmt einiges an Fachwissen sowie Tips & Tricks sammeln wird.


    Gestartet wurde mit dem ersten Ölwechsel:

    • raus kam vier Jahre altes 20W50 sowie der Filter
    • ersetzt nach Werksangabe (10W30) mit 10W40 von LiquiMoly mit MoS2 Schmierstoff sowie Hydro-Stößel Additiv.

    Er läuft mit dem neuen Öl ruhiger und hat die letzten 300km noch keinen spürbaren Ölverbrauch gezeigt.

    Auch in der Garage hat sich bisher noch keine Inkontinenz bemerkbar gemacht.


    Zum Thema : ZDDP und Zink Additiv hier ein Tipp:

    der Tech-Support von LiquiMoly hat mir für das 10W40 MoS2 einen Zinkanteil von >1200ppm bestätigt, was der Konzentration Mitte der 60er Jahre entspricht (als man dem plötzlich häufigen Sterben von Flat-Tapped Motoren mangels Zinkanteil im Öl gegengesteuert hatte)



    Im nächsten Schritt war dann folgendes geplant:


    • Umbau auf kontaktlose Zündung von Pertronix inkl. Flamethrower Zündspule (CHECK) :thumbup:
    • Zündung neu einstellen (CHECK) läuft jetzt richtig gut :thumbup:
    • Neuer Sensor für die Kühlwassertemperatur von ACDELCO, da noch der erste und defekt (CHECK) :thumbup:
    • Abdichtung Leck rechter Auspuff-Flansch am Krümmer (VERDAMMT, auch das noch) :pinch:


    Hier tat sich dann die nächste Baustelle auf:


    Das vermeintliche Leck am Auspuff entpuppte sich als gerissene Ansaugbrücke.

    Die Ingenieure von Cadillac hatten in den 60ern eine Vorwärmung des Vergasers mittels Abgas konstruiert.


    Hierbei blockiert in der Warmlaufphase ein Klappenventil (Butterfly Heat Riser) im linken Krümmer die Abgase und leitet sie durch einen Port im linken Zylinderkopf hoch in die Ansaugbrücke, vorbei am Vergaser und an der Beifahrerseite wieder herunter durch den Kopf in den rechten Abgaskrümmer.


    In diesem Abgaskanal der Ansaugbrücke sitzt zudem ein Röhrchen für den mechanischen Choke der einfachen Vergaser (ohne E-Choke), welches mittlerweile in 100% der Fälle durch Abgase zerfressen und undicht ist.

    Dieser Abgaskanal ist an der Unterseite der Brücke auch noch gerissen und pustete heiße Abgase heraus. Hier ein Beispielfoto:

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    Auf den Fotos der Bereich mit dem verbrannten Lack.

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    Beim Abbau der Ansaugbrücke sind dann auch noch alle Stege an den vier Stehbolzen weggebröselt.

    Da diese Ansaugbrücken nicht auf Bäumen wachsen und es auch keine Aftermarket-Teile gibt, wurden hier kurzerhand die beiden Ports in den Köpfen mit zurecht gefeilten Metallplatten blockiert und so die (unnötige) Abgasvorwärmung lahmgelegt.

    Da ich leider selbst kein Bild davon gemacht habe, hier eines von einem Kollegen im US Forum mit demselben Problem:

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    Der Heat-Riser im linken Krümmer wurde zudem offen fixiert, damit er den Motor beim Starten nicht abwürgt.


    Der Schock saß tief, im Ergebnis läuft er nun aber wieder ordentlich und deutlich besser als vorher.

    Die Videos habe ich hier mal verlinkt und hoffe das funzt:


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    Caddy mit Pertronix und blocked Ports


    Selbst bei frostigen 5°C ist er mit E-Choke und der neuen Pertronix ohne langes Orgeln sofort angesprungen und hat nicht rumgebockt.

    Bis auf ein leises Tickern eines Hydros läuft er nun sehr ruhig und ist während der Fahrt nur noch zu hören, wenn man aufs Gas tritt.


    Das Tickern des Hydrostößel , welches man auf dem Video noch hört, wird zum Glück mit jedem Km leiser.


    Daher hoffe ich, dass das Hydro-Additiv auch noch den Rest schafft.


    PS: falls einer von euch zufällig eine Ansaugbrücke von Cadillac mit der Gußnummer 1477387 ohne Risse rumliegen hat...:saint:

    Ich wäre interessiert. Bitte mich einfach mal anschreiben.


    Diese Brücke soll von Bj.1963-1966 auf den 6.4 Liter passen.

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  • Weiter gehts mit einem neuen Mysterium: der Temperaturanzeige :search:


    Als der Verteiler wegen der Pertronix draußen war, konnte gleich der defekte Temperatursensor getauscht werden, der sich direkt darunter vorne im linken Kopf befindet.

    Der Sensor hat natürlich kein übliches Maß, dass man was mordernes von VDO oder so verbauen könnte...sondern 1/2-18"


    Also bei Rockauto einen von ACDELCO Part-Nr.2131140 geordert und verbaut.

    Die Temperaturanzeige bewegt sich nun wieder :hi2:... wandert aber innerhalb der ersten 5 Minuten Richtung HOT und darüber hinaus, um dann plötzlich wieder zurück auf die Mittelposition zurück zu sinken. Dort bleibt sie dann den Rest der Testfahrt. Mal etwas unter Mitte, dann wieder Mitte.


    Dieses Verhalten lässt sich reproduzieren, wenn man mit kaltem Motor startet und losfährt.


    Ich vermute mal ein hängendes Thermostat (kam eigentlich zusammen mit der Wasserpumpe neu rein) oder evtl. ein zu hoher Wärmewert? (195°F?)

    Jedenfalls ging grad eine Bestellung an Rockauto raus mit ein paar Thermostaten mit den regulären 180°F laut Shop Manual.

    Das richtige Thermostat sollte laut Shop Manual bei etwa 77°C (172°F) langsam öffnen und bei 92°C (198°F) ganz geöffnet sein.


    Falls eines davon schon kaputt ankommt, hab ich noch eins in Reserve.


    Die Tage kommt noch eine Infrarot Pistole bei mir an, mit der ich unterwegs auch direkt die Temperatur messen kann, um Fehler der Anzeige ausschließen zu können.



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  • Die Temperaturanzeige bewegt sich nun wieder :hi2:... wandert aber innerhalb der ersten 5 Minuten Richtung HOT und darüber hinaus, um dann plötzlich wieder zurück auf die Mittelposition zurück zu sinken. Dort bleibt sie dann den Rest der Testfahrt. Mal etwas unter Mitte, dann wieder Mitte.


    Dieses Verhalten lässt sich reproduzieren, wenn man mit kaltem Motor startet und losfährt.

    Ich hab mir solcherart Verhalten mal mit einer "Dampfblase", in welcher der Thermostat eine weile verweilt, erklärt.

    (Hochwissenschaftlich übrigens, :thinking: Luft/ Wasserdampf trägt nur den ca.30ten Teil der Energiemenge von flüssigem Wasser mit gleichem Volumen und Temperatur)


    Seitdem bekommt jeder ( neue) Thermostat vor Einbau ein 1-2mm Steamhole am Teller.


    (Schöner thread übrigens)


    two-lane

    Parts left out cost nothing an cause no service problems.


    -Teile aus 90er Cheyenne C2500 PU Longbed Single Cab-

  • Seitdem bekommt jeder ( neue) Thermostat vor Einbau ein 1-2mm Steamhole am Teller.

    Danke Uwe :)


    ja das mit der hartnäckigen Luftblase hab ich jetzt schon ein paar Mal gelesen.

    Ich werde den Thermostat-Teller daher wie Du schon geschrieben hattest, mit einem Löchlein versehen, durch das die Luft Richtung Kühler entweichen kann.

    Der Caddy hat noch keinen Ausgleichsbehälter, sondern nur den originalen Schlauch aus dem er auf die Straße spuckt, wenns ihm zu heiß wird und der Füllstand im Kühler zu hoch steigt :wisch:


    Die Lieferung von Rockauto soll kommende Woche ankommen. Dann werde ich weiter berichten.

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  • Hello Together :-) ...und weiter geht die wilde Fahrt :headbang:


    Hab die Tage das alte Thermostat ausgebaut. Es war ein festgegammeltes "no Name" für 160°F (71°C) drin.

    Als ich die festgebackene Dichtung samt Thermostat mit einem Spachtel angelöst hab, machte es kurz "Pffft" und dann erst spritze ein bisschen Kühlwasser unter dem Thermostat hervor. Das spricht wohl für eine Luftblase unter dem Thermostat.

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    Die neuen Thermostate (Vorgabe Shop Manual 180°F (82°C) habe ich dann vorher alle im kochenden Wasser getestet und mittels Temperaturpistole gemessen.

    Beide öffneten bei knapp unter 80°C langsam und waren bei 90°C zu 100% offen. Abkühlen lief auch nach Plan...danach nochmal zum kochen gebracht, ohne Ausfälle.


    Das Gehäuse habe ich dann mit den beschriebenen "Steam Holes" versehen, um die Luftblasenbildung unter dem Thermostat zu verhindern.

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    Also eins davon eingebaut, neue Dichtung drauf und den Kühler wieder aufgefüllt. Nach dem Start bewegte sich die Temperaturanzeige dann gemütlich Richtung Mitte, während die Schläuche zum Kühler auch langsam warm wurden.

    Also auf zur Testfahrt:

    Während dieser etwa einstündigen Fahrt sprang die Anzeige ein paar Mal Richtung HOT =O

    Ich habe dann jeweils angehalten und bei laufendem Motor im Stand mit der Messpistole immer wieder normale Werte gemessen:

    oberer Kühlerschlauch ca. 74°C, Wasserpumpe + Kanäle ca 84°C, beide Köpfe vorne ca 84°C , hinten 79-82°C :/


    Mir ist dann aufgefallen, dass sich die Anzeige im Cockpit unabhängig von mehr oder weniger Motorlast immer bei Schlaglöchern oder ruppeligem Straßenbelag wieder zurück zur Mitte bewegt hat.

    Daher hat sich das Problem mit der Anzeige nun wohl von einem mechanischen zu einem elektronischen verlagert 8o

    Als erstes werde ich dann mal die ganzen Massebänder im Motorraum prüfen :search:und die Anschlüsse reinigen oder ggfs. tauschen.

    Die Massebänder sind ja auch noch alle orischinaal von 1963 :S

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  • Nachtrag:

    Am Wochenende habe ich die Massebänder kontrolliert und die Kontaktflächen greinigt.

    Vorrangig das Hauptkabel mit einem zusätzlichen Kupferband von der Batterie zum Rahmen und die Bänder im oberen Motorbereich.


    Es gehen dort zwei Massebänder jeweils vom Zylinderkopf Richtung Spritzwand und stecken da in einem Kabelschuh drin.

    Die waren beide locker, wackelten herum und die Kabelschuhe waren zudem korrodiert.


    Habe diese Kontaktflächen auch sauber gebürstet und mit neuen Schrauben wieder ordentlich an der Spritzwand festgezogen.

    Während der 1,5h Ausfahrt danach ist die Anzeige dann nur noch bis zu Mitte gestiegen und hatte keine Ausreisser mehr Richtung HOT :)


    Die Ausfahrt verlief äußerst entspannt... so ein schönes Gefühl, wenn er ruhig übers Land dahingleitet und man sich keine Sorgen über spinnende Anzeigen machen muss :headbang:

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  • Hello together,


    nächster Schritt war es nun, die viel zu groß dimensionierte Batterie zu ersetzen, um langfristig nicht die Lichtmaschine zu grillen.

    Drin war bisher ein riesen Trümmer von VARTA: G14 Silver Dynamic AGM mit 95Ah =O

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    Ersetzt habe ich sie durch eine 63Ah von Exide mit Trennschalter.

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    Da ich für die Varta G14 absolut keine Verwenung mehr habe, würde ich die umsonst an Selbstabholer abgeben. Wer Interesse hat, bitte melden.

    Maße: 353 x 175 x 190 mm (L x B x H) Wie alt sie ist, kann ich leider nicht sagen.


    Sie hing beim Vorbesitzer aber stets am Erhaltungsgerät, da der Wagen in den letzen vier Jahren nur ein paar 100km gefahren worden ist..

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